1. Vampirpanik im 18.Jahrhundet



      Im Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert begann das Mysterium Vampirismus
      sich durch einen besorgten Chirurgen der angsichts der vielen Berichte die aus
      dem Slowenenreich nach Europa durchdringten zu manifestieren. Dieser Chirurg
      außerte sich, das der Vampirismus wie eine Pest, über das Slawenland und die
      Walachei verbreitet, zahlreiche Opfer fordert und das ganze Land vor vor
      geheimnissvollen Besuchern in Angst und Schrecken versetzt. Bereits im späten
      17. Jahrhundert hatten Gerüchte ueber Vampirepedemien in Rußland das ganze
      kursiert. Da sollen Tote Augenlieder, Mund und Zunge bewegt haben und Ihre eigenen Körper angefressen haben. Andere sollen von Ihren Gräbern aufgestanden sein
      und Menschen angefallen haben. Der von den Habsburgern eroberte Teil Bosniens
      und Serbiens wurde der Hauptschauplatz der ersten Skandale. Vor allem
      zwei protokolierte Fälle waren es die das Mysterium in Europa publizierten. Der
      Fall Peter Plogosovitz und der Fall Arnod Paole. Beiden Männern sagte man
      nach, sie seien Vampire, da nach Ihrem Tode ein großes Sterben die Heimatorte
      befiehl. In beiden Fällen fanden sich Zeugen die die Personen als Untote gesehen
      haben wollen. Daraufhin wurden die Gräber geöffnet und beidemale fand man die
      Leichen unverwest und mit Blut vollgepumpt. Den überführten Vampiren
      wurde daraufhin ein Pflock ins Herz gerammt, und sie wurden verbrannt. Als
      Quellen und Belege die von der Vampirpanik des 18 Jahrhunderts berichteten
      sind z.b zu erwähnen: Die Berichte und Akten aus der kaiserlich königlichen
      Kanzlei in Wien die sich auf den Vampirglauben, besonders auf den aus Serbien
      stammenden bezieht. Abschreibungen dieser Berichte wurden an die Höfe
      des preußischen und anderer Könige geschickt, so kamen die Berichte auch an den
      Vatikan. Ebenso erreichten Berichte das Colegium Sanitatis in Wien von wo
      es der Offentlichkeit bekannt gemacht wurde. Der Kaiser in Wien schaltete
      daraufhin die Universitäten ein, von wo aus ein Duzend Philosophischer
      Versuche, muthmasslicher Gedanken, und div. Disertationen von Theologen,
      Lehrern, Mediziner und Philosophen veröffentlich wurden. Das erste große
      Standartwerk zu diesem Thema veröffentlichte Michael Ranfft ."Von dem Kauen
      und Schmatzen in den Gräbern" von 1728.





      Was ist ein Vampir?


      Vampire, so wie wir sie in der westlichen Welt kennen, gehören zur
      Gruppe der Wiedergänger. Das heisst, sie sind Tote, die nachts ihre Gräber
      verlassen. Natürlich gibt es diese Sicht der Vampire nur in Kulturen,
      welche die Erdbestattung praktizieren. In anderen Kulturkreisen kennt man
      aber auch vampirähnliche Wesen: In Afrika zum Beispiel wird vom
      Asambosam gesprochen, der seinen schlafenden Opfern das Blut aus dem
      Daumen saugt, und in China fürchtet man den bluttrinkenden Dämon
      Giang Shi.

      Das Wort "Vampir" stammt vermutlich aus der Region Mazedoniens.
      Ursprünglich bedeutete es wohl "fliegendes Wesen". Im deutschsprachigen
      Raum bürgerte sich das Wort erst um das Jahr 1830 ein (vorher wurden
      Vampire einfach "Blutsauger" genannt).

      Der Prototyp des abendländischen Vampirs verlässt in der Nacht sein Grab
      und sucht sich ein Opfer, dem er das Blut aussaugen kann. In der Not fällt
      er auch Tiere an. Der Leichnam eines Vampirs zeigt keine Spuren der
      Verwesung. Der Vampir kann seine Opfer durch einen Biss ebenfalls zu
      Vampiren machen. Die verschiedenen Legenden widersprechen sich hier
      jedoch teilweise: Während manche Quellen aussagen, dass jedes Opfer
      durch den Biss automatisch zu einem Vampir wird, sind andere der
      Meinung, dass das Opfer erst vom Blut des Vampirs trinken muss.

      Angeblich helfen Kruzifixe, Knoblauch und Weihwasser, sich Vampire
      vom Hals zu halten. Töten kann man sie aber nur, indem man ihnen einen
      Holzpflock mitten durchs Herz stösst oder ihnen den Kopf abschlägt.
      Gemäss manchen Quellen muss der Leichnam danach auch noch verbrannt
      werden. Vampire sind Nachtwesen, auch grelles Sonnenlicht bedeutet ihren Tod.







      Der Vampirglaube in der Antike




      In der Antike - im alten Rom und im alten Griechenland - gab es
      nicht direkt den Glauben an Vampire als "Wiedergänger", als
      zurückgekehrte Tote, Untote.


      Dennoch war das Blut auch im damaligen Glauben ein nicht
      unwichtiges Thema. Nur waren es hier Götter, Geister,
      Dämonen oder Hexen, die den Blutzoll, das Opfer des
      Lebenssaftes forderten oder sich einfach nahmen. Die
      Vorstellung von dem, was heute als 'Vampir' bezeichnet wird
      ist erst sehr viel später entstanden.



      Oft sind es in dieser Zeit Kinder - besonderes Babys - die den
      Blutsaugern zum Opfer fallen. Blut wird eine geheimnisvolle
      Kraft zugesprochen, die mächtiger ist, je jünger das Blut - und
      somit das Opfer.




      Täter waren hingegen oft Fabelwesen, nicht selten
      Gestaltwandler wie die Empusen oder Striges.



      Aber auch positives erzählen die Mythen. So rettete Odysseus
      auf seinen Irrfahrten die Schatten der Toten aus der Unterwelt
      (Hades), indem er ihnen Blut zu trinken gab.



      Aber auch den 'Vamp' gab es in der Antike schon:



      Lamia, eine Geliebte es Göttervaters Zeus soll von Hera, der
      Frau des Zeus in den Wahnsinn getrieben worden sein. Und
      seitdem soll die geflügelte Schöne des nachts ihr Unwesen
      getrieben haben, indem sie Kinder raubte, umbrachte, deren
      Blut trank und ihr Fleisch verzehrte. Aber als richtiger 'Vamp',
      als Verführerin und Geliebte beschränkte sie sich
      selbstverständlich nicht auf Kinder, sondern suchte sich auch
      schöne, junge Männer als Opfer aus.


       




      Vampirglaube

      Währenddem es aus England schon seit dem 12. Jahrhundert Berichte
      über Vampire gibt, kam der Vampirglaube in Deutschland vermutlich
      erst Mitte des 14. Jahrhunderts auf. Die weitaus meisten Berichte über
      Vampirübergriffe stammen jedoch aus dem Balkan. In Osteuropa kam
      auch der Glaube auf, dass man Vampire mit Knoblauch fernhalten kann.

      Geschürt wurde die Angst vor den "Blutsaugern" vor allem von der
      katholischen Kirche, die sich dadurch eine grössere Anhängerschaft
      unter der damals sehr abergläubischen Bevölkerung sichern wollte. Die
      katholische Kirche war es auch, die den Glauben aufbrachte, dass
      Kruzifixe und Weihwasser wirkungsvolle Mittel gegen die Wesen der
      Nacht seien. Jesus Christus wurde zu einer Art Anti-Vampir
      hochstilisiert, was den Vampir logischerweise zum Anti-Christen
      stempelte. Begründet wurde dies dadurch, dass Jesus Christus sein
      Blut für die Menschheit geopfert habe, während Vampire es anderen aussaugen würden.

      Die Vampirpanik erreichte ihren Höhepunkt im 18. Jahrhundert. Sie
      löste sozusagen den Hexenglauben ab, denn zu dieser Zeit nahmen die
      Hexenverfolgungen merklich ab. Aus dem 18. Jahrhundert gibt es
      auch gut protokollierte Fälle von angeblichen Vampirübergriffen und
      den anschliessenden Prozessen. Sogar Aufklärer wie Rousseau liessen
      sich von dieser Panik anstecken.


      Der Vampirglaube aus medizinischer Sicht



      Als eine der Hauptursachen des Vampirglaubens ist sicherlich
      die Angst des Menschen, lebendig begraben zu werden. Die
      Angst vorm Scheintod.



      Auch wenn das zunächst etwas absurd klingen mag, wo sich
      hier doch die Frage stellt: Wenn die Menschen wussten, dass es
      etwas wie den "Scheintod" gab - und sie ihn sogar fürchteten -
      wie kam es dann zu der Angst, etwas unnatürliches, etwas
      übersinnliches könne vor sich gehen?



      Nun, dazu sollte man wohl zweierlei Dinge wissen:



      1. Die Medizin - insbesondere Pathologie und Leichenschau -
      waren in früheren Zeiten eher ungenügend.



      2. Mündlich tradierte Geschichten entwickeln steht's eine
      Eigendynamik.



      So ist der Grund für die Verknüpfung von Scheintod und
      Vampirismus sicherlich in dem zu suchen, was heute "urbane
      Legenden" genannt wird - also Geschichten wie 'Die Spinne aus
      der Yukka-Palme'. Geschichten, die mündlich weitergegeben
      werden, Geschichten die dem Freund einer Freundin einer
      Bekannten von  meiner Oma ganz bestimmt wirklich passiert ist.
      Und auch solche Geschichten werden mit jedem Mal, dass sie
      jemand erzählt immer abstruser.


    2. Wie solche Geschichten über Scheintode ausgesehen haben
      mögen, mag vielleicht eine Erzählung von Edgar Allan Poe
      zeigen. Es ist die Geschichte 'Das vorzeitige Begräbnis' und
      erzählt in mehreren kürzeren Episoden von Menschen, die
      lebendig - weil für tot gehalten - begraben wurden.



      Die Angst davor, fälschlicher Weise, noch lebend begraben zu
      werden fand ihren Höhepunkt zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
      Die Angst war so weit auf die Spitze getrieben worden, dass
      kaum jemand, der es sich leisten konnte, ohne
      Sicherheitsvorkehrungen seine Beerdigung plante. So wurden
      hölzerne Konstrukte gefertigt, deren untere Enden direkt in
      Verbindung mit Sarg oder Leiche standen. An den Holzgestellen
      befanden sich oberirdisch Glocken, die - im Falle von
      Bewegungen im Grab - Alarm schlagen sollten. Als
      Vorsichtsmaßnahme gedacht verursachte dieses Patent aber
      bald schon Hysterie. Denn: wo Verwesungsprozesse einsetzten,
      gerät auch der Leichnam geringfügig in Bewegung. So
      klingelten solche Glocken wohl sehr oft auf den Friedhöfen und
      in den Grüften. In wie vielen Fälle berechtigt? Nun
      wahrscheinlich nicht in allzu vielen. Und abgesehen davon:
      selbst wenn die Glocke läutete, wer würde es denn wagen, eine
      bestattete Leiche wirklich wieder auszugraben?






      Als zweite Hauptursache - neben der Angst vor dem Scheintod -
      war die Angst vor dem "Scheinleben".



      Beruhend auf der Erfahrung, dass so manche Leiche, die nach
      Tagen, Wochen, Monaten oder gar Jahren ihres Grabes
      entrissen wurde, noch immer aussah, als hätte man sie gerade
      erst hineingelegt.



      Heute wissen wird, dass dies auf eine Vielzahl von
      Begebenheiten und Umständen zurückzuführen ist.


      Dichter Boden, der nur wenig Sauerstoff durchlässt und enthält,
      verlangsamt den Verwesungsprozess.



      Ebenso Metallsärge.



      Aber wen wundert es, dass den Menschen in damaligen Zeiten
      das Ganze arg ungeheuerlich vorkam?





      Der dritte große Grund ist schlicht und ergreifend  eine Krankheit.

      Die so genannte 'Vampirkrankheit' - erstmals 17 84 beschrieben von
      dem ungarischen Arzt Georg Tallar - zeichnet sich durch
      Symptome wie Fieber, Verdauungsprobleme, Blässe und
      Übelkeit aus. Nicht selten kam dazu, dass die Betroffenen sehr
      lichteempfindlich wurden, da die Pupillentätigkeit eingeschränkt
      war und aufgrund ihrer fehlerhaften Verdauung auf scharfe
      Gewürze - und allein Gerüche dieser Gewürze - mit Übelkeit
      regierten. Zum Beispiel auf Knoblauch.



      Tallar führte diese Symptome auf die strengen
      Fastenvorschriften der orthodoxen Kirche zurück, die zu einer
      akuten Mangelernährung führten.



      Dazu kommen noch eine ganze Reihe weiterer Merkwürdigkeiten,
      die heute aber sehr gut medizinisch zu erklären sind. 



      Menschen, die aufgrund ihrer Armut abgemagert waren, mit
      eingefallenen und hohlen Wangen, wurden nach ihrem Tod
      beerdigt - und wenn man sie ausgrub, erschienen sie rosig und wohlgenährt.



      Dies ist auf die Entstehung von Faulgasen zurückzuführen, die
      den Körper aufblähen.



      Die selben Gase sind auch dafür verantwortlich, dass so manch
      exhumierte Leiche getrocknetes Blut im Gesicht hatte. Faulgase
      blähen den Körper so sehr auf, dass Blut aus der Nase, dem
      Mund oder den Ohren tritt.


      Und dass Haare und Fingernägel auch nach dem Tod noch
      geringfügig weiter wachsen, ist heute auch bekannt, dürfte zu
      früheren Zeiten jedoch auch für Spekulationen gesorgt haben.


      Vergleichbare Wesen


      Im Tierreich gibt es mehrere Beispiele von vampirähnlichen Wesen: So
      ernähren sich auch Zecken, Mücken und bestimmte Fledermaus- und
      Wanzenarten von Blut. Der Vampirglaube hat sich vor allem auf die
      blutsaugende Fledermaus konzentriert, obwohl diese eigentlich sehr selten
      ist. Die allermeisten Fledermäuse ernähren sich nämlich nicht von Blut.
      Vermutlich war die Angst des Tagtieres Mensch vor der Dunkelheit mit
      ausschlaggebend sowohl für die Angst vor Vampiren als auch für die
      unbegründete Furcht vor Fledermäusen, die ja bekanntlich beide nachtaktiv
      sind. Aus manchen Legenden geht hervor, dass Vampire sich ausserdem in
      Wölfe verwandeln können, ein weiteres Tier, welches lange Zeit vom
      Menschen gefürchtet wurde.

      Auch in der Welt der Legenden und Dämonen gibt es natürlich
      vergleichbare Wesen, so vor allem den Werwolf. Es gibt mehrere
      Parallelen zwischen Werwolf und Vampir: Beide sind nachtaktiv,
      blutrünstig und es werden ihnen übermenschliche Kräfte nachgesagt.
      Ausserdem kann auch die Lykantropie durch einen Biss übertragen werden.
      Der Unterschied besteht vor allem darin, dass der Werwolf nicht tot (also
      kein Wiedergänger) ist, sondern am Tag ein ganz normaler Mensch. Aber
      auch hier sind sich die Legenden nicht völlig einig, die Grenzen zwischen
      Vampir und Werwolf sind oft fliessend. So herrschte früher der Glaube,
      dass ein Werwolf nach seinem Tode zum Vampir werden könne, sofern
      keine Vorsichtsmassnahmen getroffen würden. Sieht man sich all diese
      Parallelen an, kann davon ausgegangen werden, dass der Werwolf eine
      Art primitiver Vorfahr des Vampirs ist.



      Gräfin Elisabeth Báthory auch bekannt als Lady Bathory

       * 1560

      † 1614



      Warum steht eine historische Persönlichkeit, noch dazu eine
      Gräfin aus Ungarn unter der Rubrik Vampire?


      Nun, die Antwort ist simpel:



      Der guten Dame wurde eine Vorliebe für jungfräuliches Blut
      nachgesagt...


       
      Zwar soll sie es nicht getrunken haben - sie badete darin, um
      ihre Jugend zu erhalten.



      Ein ungemütlicher Charakter wurde ihr schon zu Lebzeiten
      nachgesagt. Verheiratet war sie - seit ihrem 15. Lebensjahr - mit
      dem Grafen Ferencz Nádasdy, welcher bekannt war für seine
      Grausamkeit während diverser Kreuzzüge gegen die Türken und
      "Der schwarze Ritter" genannt wurde. Er war es auch, der die
      sadistischen Neigungen seiner Frau nur zu gerne förderte. Doch
      erst nach seinem Tod um das  Jahr 1604 begann sie selbst,
      diese auch auszuleben. Dazu sagen zeitgenössische Berichte
      und Legenden folgendes:



      Eines Tages soll eine Zofe, die der jähzornigen die Frisur
      richtete, etwas zu heftig an den Haaren ihrer Herrin gezogen
      haben, woraufhin diese in einem Wutausbruch dem jungen
      Mädchen so heftig ins Gesicht schlug, dass die Zofe im Gesicht
      blutete.


    3. Das Blut tropfte der zornigen Gräfin auf die Hand. Erstaunt
      stellte die hohe Dame fest, dass sich das Hautbild ihrer Hand
      sofort verbesserte. Dies brachte die eitle Gräfin auf die Idee, das
      Blut der Jungfrauen wäre ein Quell der Jugend und könnte ihr
      helfen, die ihre zu erhalten.



      Von da an nahm sie regelmäßige Bäder in Blut. Sie ließ die
      Jungfrauen ausbluten und suhlte sich selbst in deren
      Lebenssaft. Da aber für ein Bad sehr viel Blut benötigt wurde,
      und es auch aus dem umliegenden Dörfern keinen
      unbegrenzten "Nachschub" gab, verlegte sie sich für
      "Zwischendurch" darauf, Dienerinnen in eiserne Käfige zu
      sperren, die nach innen mit spitzen Nägeln und Messern
      bewehrt waren, so dass jede Bewegung der Dienerin im Käfig
      eine blutende Wunde riss. Das Blut tropfte hinunter, auf die
      Gräfin, die diese Blutduschen genoss.



      Auch soll sie zur Befriedigung ihrer sadistischen Gelüste mit
      wachsender Begeisterung ihre Dienerinnen "zum Spaß" gequält
      haben. Sie stieß ihnen zum Beispiel Nadeln unter die Fingernägel.



      Das gemeine Volk flüsterte sich ohnehin schon
      Gruselgeschichten über die adlige Dame zu. Die Gräfin wurde
      immer unvorsichtiger, die Stimmen wurden immer lauter. So ließ
      sie die ausgebluteten Leichen der jungen Mädchen und Frauen
      nicht mehr unauffällig beseitigen, sondern ließ sie einfach auf die
      umliegenden Felder werfen.



      Davon bekamen dann natürlich auch andere Adligen des Landes
      Wind - und vor den lauter werdenden Stimmen der Bevölkerung
      konnten auch sie nicht mehr die Ohren verschließen.



      So wurde die Gräfin - im Volksmund schließlich Blutgräfin
      genannt - schließlich vor Gericht gestellt und verurteilt. Jedoch
      nicht selbst zum Tode. Man sperrte sie in einem Turm ihrer Burg
      in ein Schlafzimmer und mauerte sie dort lebendig ein. Und dort
      - in ihrem Gefängnis - soll sie noch vier Jahre gelebt haben.
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      Historisches und Erklärungsversuche



      Die Gräfin Báthory war - von Geburt an - eine sehr mächtige
      Frau. Mächtiger noch, durch ihr Hochzeit mit dem grausamen
      Feldherren Ferencz Nádasdy.


      Das allein ist in einer Zeit, in der die  Frau noch als "Dienerin"
      und Unterworfene des Mannes galt, genug Stoff für üble
      Nachrede, Gerüchte und schließlich Legenden.


      Zudem gehen Historiker heute davon aus, dass diese durchaus
      schöne Frau weniger dem männlichen, denn eher dem
      weiblichen Geschlecht zugeneigt gewesen sein soll. Kurz: man
      geht heute davon aus, dass sie homosexuell war.



      In der oben beschrieben Zeit natürlich ein absolutes Ding der
      Unmöglichkeit.  Und wiederum Grund für Gerüchte.



      Weiterhin wird vermutete, dass man damals einfach Angst vor
      einer Frau hatte, die einfach nichts ins herrschende Weltbild
      passte. Sie war nicht nur schön, sondern hatte auch Macht. Sie
      war klug genug, um es mit den Männern des herrschenden
      Adels aufnehmen zu können - und sie war wohl tatsächlich
      sadistisch veranlagt  - etwas, was allerhöchstens Männern
      zugestanden wurde.



      Möglicherweise quälte sie Gefangene und Übeltäter tatsächlich -
      ob sie sich allerdings an den Frauen ihrer Burg verging, das sei
      dahingestellt.



      Historiker gehen jedoch tatsächlich davon aus, dass sie wegen
      der angeblichen Bluttaten tatsächlich verurteilt wurde. Und auch
      tatsächlich in ihr Schlafzimmer eingemauert wurde. Inwieweit
      dies jedoch eher politische Motive hatte,  mit denen man eine
      unliebsame Machthaberin aus dem Weg geräumt hat, ist heute wohl
      kaum mehr nachvollziehbar.






      Gilles de Rais



      ( „heiliges Ungeheuer“, „französischer Dracula“, „Ritter Blaubart“)


       



      Gilles de Rais wurde 1404 in Frankreich geboren. Seine Familie war
      vornehm und von bretonischem Geschlecht. Im Alter von 11 Jahren
      verstarb sein Vater und er wurde somit von seinem Großvater Jean de
      Craon erzogen. Durch die Heirat mit einer reichen, wohlangesehenen
      Frau wurde Gilles zu einem der angesehensten und reichsten Männer
      Frankreichs. Er bewährte sich in vielen Feldzügen und wurde sogar
      zum Leibwächter von Jeanne d´Arc. 1429 wurde ihm von Karl VII. in
      Reimes der Rang eines Marschalls anerkannt. 4 Jahre später zog er
      sich aus den Kämpfen zurück und begann ein äußerst
      verschwenderisches Leben. In nur wenigen Jahren schaffte er es sein
      komplettes Vermögen aus dem Fenster zu werfen und in seiner Not
      ging er scheinbar einen Pakt mit dem Teufel ein. Er versuchte sich in
      alchemistischen Praktiken um Gold zu erzeugen und versuchte sich in
      der Beschwörung von Dämonen. Nichts gelang! Selbst als er ein Kind
      dem Teufel opferte zeigte sich kein Erfolg. Einzig Gilles Lust am töten
      stellte sich ein.


       



      Von seinem ersten kindlichen Opfer hob Gilles Blut auf, um es für
      Beschwörungen zu nutzen. Die Beschwörungen traten mit der Zeit
      immer mehr in den Hintergrund, was Gilles eigentlich nur noch wollte
      war das Töten! Er hatte Gefallen daran gefunden und es machte ihm
      großen Spaß seinen Opfern beim sterben zuzusehen. Je grausamer sie
      starben desto mehr erregte ihn dieser Zustand. Getrunken soll er jedoch

      kein Blut haben. Dennoch gefiel es ihm, sich im Blut zu suhlen.
      Abgeschlagene Köpfe seiner Opfer zeigte er in seinem Freundeskreis
      herum und fragte diese, wer davon der schönste Tote sei. Er war
      nekrophil, küsste die abgeschlagenen, verwesenden Köpfe seiner Opfer.
      Er soll sogar sich an ausgeweideten Schwangeren und deren Föten
      vergangen haben.


       




      140 Opfer konnten ihm nachgewiesen werden, jedoch liegt die
      Dunkelziffer wohl weit höher. Überwiegend Kinder zwischen 7 und 15
      Jahren fielen ihm zum Opfer. Besonders Knaben hatten es ihm angetan.


       




      1440 wurde er schließlich vom Bischof von Nantes zum Tode verurteilt.
      Folgende Anklagepunkte wurden gegen ihn erhoben:



      „Ketzer, Rückfälliger, Zauberer, Sodomist, Beschwörer böser Geister,
      Divinateur, Würger Unschuldiger, Apostat, Götzendiener, vom
      Glauben abgewichen und diesem feind, Wahrsager und Hexenmeister“.


       




      „...und daß diese Kinder von ihnen auf unmenschliche

      Weise gewürgt, getötet, dann zerstückelt und verbrannt

      und im übrigen auf schändliche Weise gequält worden

      seien; daß besagter Angeklagter Gilles de Rais die

      Leichen dieser Kinder in verdammenswerter Weise bösen

      Geistern geopfert habe, und dass Gilles mit besagten

      Kindern, Knaben wie Mädchen, einmal während sie noch

      lebten, ein andermal nach ihrem Tode und zuweilen


      während sie starben, in grässlicher und niedriger Weise

      die Sünde der widernatürlichen Unzucht getrieben habe,

      wobei er bei den Mädchen die natürliche Leibesöffnung

      verschmähte..."



      (Auszug aus den Prozessakten)


       




      Gilles wurde unter flehen, weinen und um sein Leben bettelnd erst gehängt
      und anschließend auf einem Scheiterhaufen verbrannt.






      Vampirarten

      Asemann : Ursprung in Iln Surinam, dem früheren
      Niederländisch-Guayana. In dem Namen steckt das Verb "azen" (lauern)
      sowie eine Anspielung auf "Aas, Kadaver". Der A. ist eine Frau, die sich
      des Nachts in ein wildes Tier verwandelt und Menschen wegen ihres Blutes
      tötet. Ein Besen quer in die Tür gestellt verhindert, dass dieses Wesen das
      Haus betreten kann.



      Auf den Boden gestreute Pfeffer – oder Reiskörner zwingen den A. diese
      einzeln zu zählen; wenn der A. bei Sonnenaufgang noch nicht mit dem
      zählen fertig ist, verwandelt er sich zurück!



      Sukujan : Ursprung in Trinidad. Kommt an die Tür und möchte Salz oder
      Streichhölzer borgen. Wer ihr gibt worum sie bittet, über den hat sie
      Macht und sie kann nachts sein Blut aussaugen. Wenn allerdings die
      Bewohner des entsprechenden Hauses ein Kreuz ins Fenster stellen, verliert
      sie diese Macht.



      Sasabonsam : Ursprung in Ghana bei den Ashanti. Saugt Blut aus den
      Daumen Schlafender.



      Owenga : Ursprung in Guinea. Rachsüchtige Ahnen, die von den Toten
      zurückkehren, um sich an menschlichem Blut zu laben.



      Loogaroo : Insel Grenada, Karibik. Der L. tritt in Gestalt einer alten Frau
      auf, die durch die Nacht streift und nach Blut sucht, dass sie dem Teufel
      versprochen hat.



      Civatetea : Mexiko. Eine Art vampirische Hexe. Geister von Frauen, die
      bei der Geburt eines Kindes gestorben sind und nun Rache an Kindern
      nehmen, indem sie Krankheiten wie Kinderlähmung verbreiten.



      Bilu : die B. sind im traditionellen Glauben der Volksstämme von
      Burmagefährliche, menschenfressende Dämonenwesen in menschlicher
      Gestalt, jedoch mit sehr scharfen Reißzähnen und einer Knollnase ausgestattet.



      Cauquemare : auch Quauquemaire oder Chauche- Vieille ist in Frankreich
      die Bezeichnung für "Nachtmahr" als Alp (Alb), ein dem Schläfer
      bedrückendes und folterndes Wesen, das quälende Träume verursacht.



      Guede : ist im Wodu-Kult von Haiti die Sammelbezeichnung der
      Todesgeister oder Friedhofsdämonen. Zu ihnen gehört der berühmte Baron
      Samedi, weiter der Adoptivsohn des Schmiedegottes Ogun namens Nibo,
      der Baron Cimetiere Boumba, dann Baron La Croix und Madame Brigitte.



      Koki-Teno : In der Sagenwelt des alten japan Fuchsgeister, vor allem
      weibliche Wesen mit hexenähnlichen Zügen, die eigentlich dämonische
      Füchse sind, aber die Gabe haben, sich in betörend schöne junge Frauen zu verwandeln.



      K’uei : chinesische Bezeichnung für Gespenster und Wiedergänger (kui – auch Heimkehr).



      Oui : besonders gefürchtete Geister der alten japanischen Vorstellungswelt,
      die sich von
      anderen Spukgeistern dadurch unterscheiden, dass ihnen Blutdurst und kannibalische
      Gelüste nachgesagt werden.

 

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